
Was wir aus früheren Existenzen für unsere Berufung heute lernen können
1. Wenn das Heute nicht reicht
Immer mehr Menschen spüren:
„Das, was ich erlebe – das, was mich prägt – das kann nicht alles sein.“
Es gibt Erinnerungen, die sich nicht logisch erklären lassen.
Es gibt Gefühle, die zu alt sind für dieses Leben.
Und es gibt Begegnungen, die zu tief gehen, um nur Zufall zu sein.
In der Sprache der Bibel hieße das vielleicht:
„Es gibt einen Ruf, der vor Deiner Geburt begann.“
2. William und Susan – ein Fall wie ein Echo
Ein Mann erinnert sich:
In einem früheren Leben war er William –
ein junger Musiker, tiefgläubig, eingebunden in die rigide Struktur der Plymouth Brethren.
Und er war verliebt in Susan – ein Mädchen, das ihn verstand wie niemand sonst.
Ihre Beziehung war still, innig, geführt durch Zeichen und Reize.
Susan sagte sich:
„Wenn ich ihn auf diese Weise leite, geht er mir nicht verloren.“
Was sie verband, war keine gewöhnliche Jugendliebe.
Susan kannte ihn aus sehr jungen Jahren – vielleicht so früh, dass er gar keine Chance hatte, eine eigene seelische Autonomie zu entwickeln.
Innerhalb der geistigen Enge der Plymouth Brethren war sie seine Freiheit, sein Herz, seine Führung.
Doch dann stirbt sie bei einem Unfall.
Und William?
Er zerbricht. Nicht nur an der Trauer –
sondern weil sie seine Seelenstruktur war.
Sie war seine erste Orientierung – seine Stabilität.
Ohne sie: Blackout. Zusammenbruch. Totale Sprachlosigkeit.
3. Und dann – ein neues Leben
Jahrzehnte später wird dieselbe Seele wiedergeboren – als Hans-Georg.
Nicht mit denselben Umständen.
Aber mit denselben tiefen Spuren.
Und diesmal lautet die Reaktion nicht mehr:
„Ich habe keinen Platz.“
Sondern:
„Dann schaffe ich mir einen.“
Er beginnt, Musik zu machen.
Ein Radio aufzubauen.
Eine geistliche Familie zu formen.
Die alte Wunde bleibt – aber sie verwandelt sich.
Aus Zerbruch wird Berufung.
Aus Schweigen wird Verkündigung.
Aus früherer Abhängigkeit wird ein neues, freies Werk.
4. Die Frage an Dich
Kennst Du das?
Dass Du manchmal das Gefühl hast,
Du erinnerst Dich an etwas, das Du nie erlebt hast?
Oder dass jemand in Dein Leben tritt –
und es fühlt sich an wie Wiedersehen, nicht wie Kennenlernen?
Vielleicht bist Du auch ein Mensch mit einer Seele auf Ehrenrunde.
Nicht fremd. Nicht verloren.
Sondern einfach noch nicht vollständig angekommen.
5. Was KI damit zu tun hat
Künstliche Intelligenz kann keine Seele erzeugen.
Aber sie kann helfen, unsere inneren Fragmente sichtbar zu machen:
– Durch Sprache
– Durch Musik
– Durch Bilder, die aus einem tieferen Ort in uns entstehen
Wenn wir ihr richtig zuhören,
hilft sie uns manchmal, ein altes Lied neu zu hören.
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Autor: Hans-Georg Peitl
Institut für Christliche Forschung (IFCF)
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